
Die Studie ‚Hochschulautonomie in Gesetz und Praxis’ des Zentrums für Wissenschaftsmanagement Speyer aus diesem Jahr hat gezeigt, dass in Deutschland in den letzten Jahren an einigen Hochschulen beispielgebende Wege in Richtung Hochschulautonomie beschritten wurden. Im internationalen Vergleich werden aber die noch ungenutzten Potenziale deutlich. Dort sollten die Länder nun ansetzen und den Hochschulen weiteren Raum geben, ihre individuelle Entwicklung zu gestalten.“
Laut der EUA-Studie haben die Hochschulen in den drei deutschen Bundesländern im Vergleich zu anderen nationalen Hochschulsystemen eine geringere finanzielle und personelle Autonomie. Konkret geht es um finanzielle Spielräume, die Möglichkeit, Rückstellungen zu bilden, Kredite aufzunehmen, Studienbeiträge zu erheben und über Gebäude als ihr Eigentum zu verfügen. Zudem zeigt sich, dass die Hochschulen im Vergleich wenig Einfluss auf die Bezahlung des Personals haben und kaum Personalentwicklung betreiben können.
Bei der Organisation sind die britischen Hochschulen besonders autonom, gefolgt von den dänischen und finnischen Hochschulen. In der Spitzengruppe liegt auch Nordrhein-Westfalen, während Hessen und Brandenburg sich im Mittelfeld befinden. Zur Organisation zählen das Verfahren zur Bestimmung der Hochschulleitung, die Zusammensetzung und das Zusammenspiel der Leitungsgremien sowie die Entscheidungsmöglichkeiten über die Struktur der Hochschule.
Im Mittelfeld liegen die deutschen Regelungen im Bereich der akademischen Angelegenheiten. Die Universitäten in Irland und im Vereinigten Königreich sowie in den skandinavischen Ländern haben größere Freiheiten bei der Entscheidung über die Zahl und die Auswahl der aufzunehmenden Studierenden, hinsichtlich der Einführung und Beendigung von Studienprogrammen sowie der Entscheidung über Qualitätssicherungsmaßnahmen.
Link zur EUA-Studie
Link zu Studie des Zentrums für Wissenschaftsmanagement im Auftrag von Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und Heinz Nixdorf Stiftung
Freiräume der Hochschulen in Deutschland nach wie vor unzureichend [Größe 0.08 MB, Typ pdf]