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18./19.7.2005, Bonn: Workshop "Input-Output-Prozesse in der Qualitätsentwicklung: Anforderungen an Evaluation und Akkreditierung"

Bei dem fünften Workshop des Projekts Qualitätssicherung aus der Reihe "Von der Qualitätssicherung der Lehre zur Qualitätsentwicklung als Prinzip der Hochschulsteuerung" trafen sich am 18. und 19. Juli Experten aus Qualitätssicherungsagenturen, Hochschulen und Ministerien um über hochschulinterne und externe Verfahren der Qualitätssicherung zu diskutieren. Im Zentrum der Diskussionen stand die Frage nach den Anforderungen, die diese Verfahren erfüllen müssen, damit sie einen Beitrag zu einer qualitätsgeleiteten Hochschulsteuerung leisten können. Außerdem wurden sowohl im Bereich der Evaluation wie im Bereich der Akkreditierung neue Entwicklungen und Pilotprojekte präsentiert.

Professor von Hoyningen-Huene, Rektor der Fachhochschule Mannheim, betonte in seinem Vortrag, wie wichtig ein eigenes Profil der Hochschule für ein umfassendes Qualitätsmanagement an Hochschulen sei. Hier hätten auch die Rektoren und Dekane die Pflicht, sich für Qualitätssicherungsverfahren einzusetzen und die Chancen des Bologna-Prozesses stärker zu nutzen. Da die meisten Hochschulen noch kein zusammenhängendes Qualitätssicherungssystem aufgebaut hätten, sei nach seiner Auffassung eine Systemakkreditierung noch nicht möglich.

Dr. Kurt Sohm, Geschäftsführer des österreichischen Fachhochschulrates, der für die Qualitätssicherung im Fachhochschulsektor zuständig ist, stellte einige grundlegende Thesen insbesondere zur Akkreditierung vor. Nach seiner Meinung müssen externe Verfahren institutionell und studiengangsbezogen ausgerichtet sein. Externe Verfahren müssten außerdem Konsequenzen haben und verbindliche Anreize von außen setzen.

Helmut Fangmann, Ltd. Ministerialrat des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung Nordrhein-Westfalen, betonte in seinem Beitrag, dass Autonomie nur Sinn mache, wenn Wettbewerb stattfinde. Im Bereich Studium und Lehre sei Wettbewerb so nicht vorhanden und Akkreditierungsentscheidungen noch sehr vorsichtig mit kritischen Urteilen. Die Rahmenbedingungen seien derzeit so, dass Qualitätssicherungsverfahren nur sehr wenig Steuerungswirkung entfalten könnten.

Im Bereich der Evaluation stellte Hermann Reuke, der Geschäftsführer der Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover, einen von der ZEvA entwickelten Ansatz zur institutionellen Evaluation vor, der sich auf die größtmögliche Einheit einer Hochschule richten soll. Im Mittelpunkt des noch zu erprobenden Verfahrens stünden das Profil einer Fakultät/eines Fachbereichs und seine Positionierung im Hochschulsystem, die Personalsituation, die Kommunikation und Kooperation der Fakultät/des Fachbereichs innerhalb und außerhalb der Hochschule und die vorhandenen Qualitätssicherungssysteme.

Professor Wilfried Müller, Rektor der Universität Bremen, stellte die neuen Schwerpunkte des Evaluationsverfahrens im Nordverbund vor. Voraussetzung für ein funktionierendes Qualitätsmanagement seien seiner Meinung nach stabile Verantwortungsstrukturen zur Sicherung der Qualität der Lehre und die inhaltliche Verknüpfung von Evaluationsverfahren mit anderen qualitätssichernden Maßnahmen wie Controllingverfahren und z.B. hochschuldidaktischen Fortbildungsmaßnahmen.

Dr. Dietmar Goll, Referatsleiter im Wissenschaftsrat stellte am zweiten Tag der Veranstaltung das Verfahren zur institutionellen Akkreditierung nichtstaatlicher Hochschulen vor. Er hob dabei besonders hervor, dass die Bündelung von Akkreditierungsverfahren noch keine institutionelle Akkreditierung sei. Seiner Meinung nach sei das institutionelle Akkreditierungsverfahren so nicht auf staatliche Hochschulen übertragbar, die in der Regel viel größer als die nichtstaatlichen Hochschulen seien.

Thomas Reil, Geschäftsführer des Akkreditierungs-, Certifizierungs- und Qualitätssicherungsinstituts ACQUIN stellte als zweites Beispiel im Bereich der Akkreditierung das vom BMBF geförderte Pilotprojekt "Prozessqualität für Lehre und Studium - Konzeption und Implementierung eines Verfahrens der Prozessakkreditierung" vor. Ausgehend von der Annahme, dass gute qualitätsorientierte Prozesse bei der Entwicklung und Durchführung von Studiengängen auch zu guten Studiengängen führen, würde in diesem Projekt ein Prozessbegutachtungsverfahren entwickelt, an das sich eine Stichprobenakkreditierung von Studiengängen anschließen würde. Bei einer positiven Bewertung würden alle Studiengänge der begutachteten Einheit akkreditiert werden.

In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Fortentwicklung der Verfahren weiter betrieben werden muss, um dem Problem der großen Menge der Verfahren bei einer reinen Konzentration auf Studiengänge zu begegnen.

Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung können Sie den Tagungsbeiträgen entnehmen.

Programm

Fortentwicklung der Verfahren: Erfahrungen und Konzepte - I. Evaluation

Beitrag Reuke (wird in Kürze eingestellt)
Beitrag Müller

Fortentwicklung der Verfahren: Erfahrungen und Konzepte - II. Akkreditierung

Beitrag Goll
Beitrag Reil